Sonntag, 28. Oktober 2012

Tengo


Tengo. Ich habe. (Eine kleine Zusammenfassung):
Ich habe 24 neue Wäscheklammern mit denen meine Wäsche gerade auf dem Dach zum Trocknen hängt.
Ich habe mindestens 12 Mückenstiche. Die meisten an den Händen/Armen, aber auch an den Füßen.
Ich habe einen Ohrwurm von einem Song aus dem Konzert von letzter Nacht.
Ich habe einen Sonnenbrand aber nur selektiv am unteren Rücken.
Ich habe Dehydratationskopfschmerzen. Selber Schuld.
Ich habe eine Fahrtkarte für nach Buenos Aires nächstes Wochenende.
Ich habe fünf Killersudokus gelöst.
Ich habe "The Iron Lady" und "Sherlock Holmes - a game of shadows gesehen".

Ich hatte also ein schönes Wochenende. Aber nochmal von vorne.
Freitag abend war ich im Kino. Ich bin inzwischen Mitglied im Kinoclub Cinemateca Uruguaya. Das ist so eine Art Programmkinoverein. Die haben insgesamt vier Kinosäle verteilt in Montevideo. Aber drei davon sind in 10 Minuten zu Fuß von mir erreichbar. Aktuell ist britische Filmwoche. Interessanterweise brauche ich manchmal die spanischen Untertitel, weil ich gesprochenes Nordenglisch einfach nicht verstehe... Das war vor allem bei "Fish Tank" so. "Sherlock Holmes" hatte so viele Actionszenen und nicht so viel Handlung, dass man ihn selbst auf Chinesisch noch verstanden hätte. Wahrscheinlich am meisten beeindruckt hat mich bisher "The Iron Lady". 
Nach einem ruhigen Freitag abend und einer langen schlafreichen Nacht war Samstag vor allem ein Draußen-Tag. Mittags meldete sich eine Freundin und fragte ob ich mit an den Strand kommen wollte (jap, wollte ich). Und so lagen wir bei 25°C am frühen Nachmittag eine Stunde auf Handtüchern im Sand. Ich bin zwar chaotisch und ein wenig verplant, aber an Sonnencreme aus Deutschland habe ich immerhin noch gedacht. Und ich hatte sie am Strand dabei. Und ich hab sie benutzt. Leider habe ich dabei übersehen, dass ich auch einen Rücken habe. Der ist jetzt von Th12 bis S1 rot und etwas schmerzempfindlich auf Berührung (für Nichtmediziner: das ist der untere Rücken). Selber Schuld. Und was ich auch nicht mit hatte war Wasser. Auch selber Schuld! Nach einer Stunde wurde es dann etwas kühl bei Wind und etwas trübem Himmel. 
Nach einem Abstecher in ein Cafe, da es bereits später Nachmittag war und mein Frühstück aus ein paar Stück Schokolade bestanden hatte, habe ich mich mit einer anderen Freundin getroffen und bin ca 6km an der Küste die Ramblas entlang wieder nach Hause spaziert. Das war ziemlich lang und ziemlich schön. Nachdem ich also den ganzen Tag draußen verbracht hatte dachte ich es sei mal Zeit für drinnen und mit mit einem Umweg über die Dusche bei mir zu Hause ins Kino gegangen. Von Kino aus dann gleich weiter zu einem Konzert. Da war ich halbzufällig und über mehrere Ecken von Bekannten von Bekannten hingeraten. Aufgetreten sind einige Cantautores nämlich genau 16. Auf Deutsch würde man dazu vielleicht Liedermacher sagen. Die waren unterschiedlich gut, aber insgesamt waren das sehr schöne dreieinhalb Stunden bei Gitarrenmusik und Gesang.
Zwei Hörproben von einem der Besseren gibts hier:



Den heutigen Sonntag habe ich dann hauptsächlich mit Ausschlafen verbracht nachdem ich erst um 4:30h nachts wieder zu Hause war. Und dann Wäschewaschen. Ich bin ja wirklich kein Fan von Haushaltsführung und allem was dazu gehört. Aber in warmen Ländern, wo man die Wäsche auf dem begehbaren Dach aufhängt, finde ich durchaus Spaß am Wäschewaschen. Ich mag es draußen bei angenehm warmer Luft umgeben vom Duft des Frischgewaschenen Kleidungsstücke ordentlich aufzuhängen, die danach im Wind wehen und wenn man sie wieder abhängt ganz sonnenwarm sind. Außerdem geht das Trocknen so schön schnell. Innerhalb weniger Stunden ist in diesem Naturtrockner alles trocken. Ich mag das.

Zum Schluss heute statt Foto ein kurzes Filmchen 
mit sonntäglicher Abendstimmung in meinem Zimmer. 
Grenzwertig kitschig: 
Der Tag war warm und sonnig, 
draußen ist es inzwischen dunkel, 
Das Fenster vor meinem Schreibtisch ist offen, 
eine kleine Brise weht herein 
aber man kann noch mit kurzen Ärmeln hier sitzen, 
auf dem Tischchen neben mir flackert eine Kerze 
und von draußen aus dem Innenhof klingt Musik zu mir.


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